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Sind die Dokumente noch rechtsgültig, wenn sie nur digital vorhanden sind?

Grundsätzlich gilt in der Schweiz der Grundsatz der Formfreiheit der Verträge. Das heisst, für das Zustandekommen braucht es grundsätzlich nur die formlose übereinstimmende Willensäusserung der Parteien. Alles weitere ist dann «nur» noch eine Frage der Beweisbarkeit im Streitfall. Verträge bedürfen für das gültige Zustandekommen nur einer besonderen Form, wenn dies entweder gesetzlich vorgeschrieben oder vertraglich vereinbart worden ist. Solche Formvorschriften sind nur für das gültige Entstehen, nicht jedoch für das gültige (Weiter-)Bestehen vorausgesetzt.

Dies bedeutet, dass Verträge durch das Einscannen mit anschliessender Vernichtung des Originals ihre Gültigkeit nicht verlieren. Zum Zeitpunkt des Einscannens haben die Verträge nämlich bereits Gültigkeit erlangt (sofern entsprechende Formvorschriften erfüllt wurden).

Wir möchten jedoch darauf hinweisen, dass es sich aus Beweisgründen teilweise lohnen könnte, wichtige Verträge weiterhin im Original aufzubewahren. Im Extremfall könnte es vorkommen, dass eine Gegenpartei behaupten könne, die Unterschrift auf den eingescannten und später ausgedruckten Vertrags stamme nicht von Ihnen. Dieser Entscheid liegt bei Ihnen als PEAX User.

Empfehlenswert ist, zusammen mit dem Vertrag allfällige Begleitdokumente (z.B. Begleitschreiben, E-Mails etc. vor oder nach Vertragsabschluss) ebenfalls einzuscannen. So kann die Gegenpartei im Streitfall nicht mit Aussicht auf Erfolg behaupten, sie hätte den Vertrag gar nicht selber unterzeichnet, ihre Unterschrift sei gefälscht worden.

Wir empfehlen, besonders wichtige Verträge oder solche, bei denen die Gegenleistung der Gegenpartei ganz oder teilweise später erfolgt und bestritten werden könnte, im Original aufbewahren. Bsp.: Darlehensvertrag (als Darlehensgeber), Schuldanerkennung und andere Leistungsversprechen (als Gläubiger), Garantien und Bürgschaften, Arbeitsvertrag und Auflösungsvereinbarung zu Arbeitsvertrag, Arbeits-, Schul- und Ausbildungszeugnisse und Diplome, öffentliche Urkunden (da hat allerdings der Notar auch ein Exemplar), eigenhändiges Testament (wäre in blosser Kopie ungültig, d.h. dieses muss im Original aufbewahrt werden!).

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